Echzell (pm). Zahlreiche Gäste aus Echzell und den umliegenden Orten waren der Einladung des CDU Gemeindeverbandes zum traditionellen Neujahrsempfang gefolgt, darunter auch Bürgermeister Wilfried Mogk. Als Gastredner des Abends sprach Norbert Kartmann, seit über 12 Jahren Präsident des hessischen Landtags.

Zum Auftakt rückte Kartmann die Sorgen vieler Bürger um die Zukunft ins rechte Licht. „Die Demoskopen sagen uns ein schweres Jahr vorher - aber das tun sie doch an jedem Jahresanfang.“ Das müssen man sehen wie beim Fußball: „Kein Trainer sagt, das nächste Spiel wird leicht.“ Mit Blick auf die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge betonte er, dass wir große Aufgaben vor uns hätten, aber: „Natürlich schaffen wir das! Auch wenn es mal schwierig wird: Wir haben die Kraft, es zu überwinden.“

„Was die Generationen unserer Eltern und Großeltern geleistet haben, das können wir auch“, und damals seien die Probleme wahrhaftig größer gewesen. „Auch ich bin eine Folge von Krieg und Flucht“, betonte Kartmann. Er ist 1949 geboren, sein Vater stammte aus Siebenbürgen. Verglichen mit den damaligen Zuständen könne man nur feststellen, dass unser Land heute unter dem Strich doch gut funktioniert und keineswegs dabei ist, im Chaos zu versinken.

Kartmann stellte sich auch dem Eindruck entgegen, den viele aus den Medien gewännen, dass die Politik – auch innerhalb der CDU – „zerstritten“ sei. „Streit gehört zur Politik dazu“, sagte er, „insbesondere zur Demokratie. Ob im Parlament, zwischen den Parteien – gerade im Wahlkampf –, aber auch innerhalb der Parteien. Darüber muss man sich nicht beklagen.“ Auch das sei wie beim Fußball, sagte er. „Wer erwartet, dass der Ball nur einträchtig und friedlich ein bisschen hin und her gekickt wird, der hat das Spiel nicht verstanden.“ Wie die Spieler um den Ball kämpfen, müssten die Politiker um das richtige Argument und um die beste Lösung für ein Problem ringen. „Streit um die Sache muss sein – aber ohne Diffamierungen. So, dass man anschließend noch ein Bier miteinander trinkt!“

Bürgermeister Wilfried Mogk und 1. Beigeordneter Werner Müller nutzten anschließend die Gelegenheit, um sich mit Kartmann intensiv über Themen der Landes- und Kommunalpolitik auszutauschen.

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